William Shakespeare
1564 - 1616
Sein Name ist in aller Munde, seit er bereits Ende des 16. Jahrhunderts zu
nationalem, und auch überregionalem Ruhm fand. Wer kennt nicht wenigstens die Namen seiner populärsten Werke, wie Hamlet, MacBeth oder Romeo und Julia. Doch um sein Leben ranken sich Legenden und Erzählungen über unglaubliche Intrigen, daß es schwer ist, herauszufinden, wer dieser William Shakespeare denn tatsächlich war. Ich will nicht behaupten alle Informationen in diesen Zeilen hier zusammengetragen zu haben, doch wenigstens einen Spalt Licht sollte diese Seite in das Dunkel seines Lebens werfen.
Geboren wurde er 1564, wahrscheinlich am 23. April, in der englischen Kleinstadt Stratford, als Sohn von John und
Mary Shakespeare. Sie waren eine Bauersfamilie, die ihren eigenen Landbesitz in der Umgebung von Stratford besaß. Zu Anfang des Lebens des Dramatikers, stand es um diese Familie recht gut, auch wenn sie immer wieder
Schicksalsschläge hinsichtlich des Versterbens ihrer Kinder erleben mußten. Zumindest finanziell gelang es dem Familienoberhaupt John Shakespeare sich soweit zu festigen und etablieren, daß ihnen 1576 sogar ein eigenes
Familienwappen zuerkannt wurde. Nichtsdestotrotz verarmte die Familie plötzlich und erlebte einen tiefen Fall, der auf
den scheinbar sehr einprägsamen William einen tiefen Eindruck hinterlassen hatte. Über die Ursachen dieser Verarmung ist nichts definitiv bekannt, nur Spekulationen, wie beispielsweise die Boykottierung der Shakespeares
wegen ihrer Beziehnung zu einem in Ungnade gefallenen Henry Arden, oder auch durch Eigenverschulden des Vaters, da man einige Andeutungen dahingegen interpretieren könnte, daß er gerne mal über den Durst trank.
Seine Bildung erlangte Shakespeare in einer Lateinschule in Stratford, deren Unterrichtsteilnahme ihm über die Ratsherrenschaft seines Vaters, während seiner jungen Jahre, ermöglicht wurde. Dort erlangte er zwar nur begrenzte Latein- und Griechischkenntnisse, dennoch genügte es, um einige berühmte Werke in der Originalsprache zu lesen, die den Schülern vo den Lehrern aufgegeben wurden. Darunter auch Cicero oder Ovid, der wohl auch der persönliche Favorit des jungen William gewesen sein muß.
Mit geradema achtzehn Jahren heiratete er Anne Hathaway, die Tochter eines wohlhabenden Bauerns war. Ihre Heirat war skandalös und offensichtlich auch nicht ganz freiwillig. Sie war mit ihren 26 Jahren, acht Jahre älter als ihr Angetrauter und erwartete bereits deren Tochter Susanna. 1585 sollten noch die Zwillinge Hamnet und Judith hinzukommen.
Trotz seiner häuslichen Bindung verließ er Stratford und ging nach London. Die Motive hierfür sind ebenfalls unklar. Womöglich wurde er Teil einer Theatergruppe, die sich in London ansiedeln wollte, womöglich ging er aber auch aus eigenem Anriez heraus, um sein Glück im Bezug auf seine Schreiberei zu versuchen. Denn zu dieser Zeit muß er bereits seine Versepen Venus und Adonis und Lucretia geschrieben haben. Sicher ist nur, daß er dort entweder die richtige Nase oder einfach nur Glück hatte, denn in London erlebte die Theaterbranche gegen Ende des 16. Jahrhunderts einen regelrechten Boom. Er schreibt sein erstes Drama, Titus Andronicus , das 1589 bereits aufgeführt wird. In den Neunziger Jahren jenes Jahrhunderts sollten seine Theaterstücke unter den Zeitgenossen einen regelrechten Kultstatus erreichen. Seine Auführungen waren stets gut besucht und seine Truppe wurde häufig engagiert, sogar um persönlich am Hofe des Jakob I., seinerzeit englischer Herrscher, zu spielen. Sein erlangter Ruhm, und sein Lohn sollte ausreichen, nicht nur, um die Familie vor dem völligen Ruin zu bewahren, sondern auch um sich Land und Hausbesitz in Stratford anzueignen. 1611 zog er sich auch mit seinem gesamten erwirtschafteten Vermögen nach Stratford zurück, nach dem er sogar einen verbrieften Adelstitel erhalten hatte.
Im April 1616, bezeichnender Weise wahrscheinlich an seinem Geburtstag, verstarb William Shakespeare. Seither drang sein Ruf und die Titel seiner Stücke immer weiter in alle Ecken der Welt vor und seit jeher spricht alle Zeit von der Bewunderung seiner Schriften. Jede Epoche, ja jede Generation, sah ihn ihm den großen Dramatiker, dem es gelang Gefühle in absoluter Weise auf der Bühne darzustellen oder zeitlosen Humor in seine Stücke zu bannen, über den auch heute noch gelacht werden kann und wird. Es gibt keinen Zweifel daran, daß auch in den kommenden Tagen Shakespeare nichts von seiner Popularität einbüßen wird, im Gegenteil, die Medien unsere Neuzeit, wie Kino und Fernsehen, ja mit Sicherheit auch das Internet, werden seine Dramen einer noch breiteren Publikumsmasse öffnen und sie begeistern wie eh und je.
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