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Das Frostkind und die Nymphe Ein Frostkind sah in buntem Blumengewand, Jenseits der Grenzen des Winters Land
Eine Nymphe sie schien von Gottes Thron gesandt, Träumte seither von ihrer schneeweißen Hand. Ach Nymphe, sag mir doch bist du das Kind, Das, mir gleich, zog mit dem ewigen Wind? Nenn mir Dein Versteck wo ich Dich find, So daß vereint wir eines nahen Tages sind. Das kleine Frostkind ging stets seinen Gang, Gebunden an den Winter ein Leben lang,
Es frohlockte mit dem Schnee und seine Stimme sang, Doch in seinem Herzen war ihm Angst und Bang. Schneeflocke, sag mir doch, wo ist das Kind, Das, mir gleich, zog mit dem ewigen Wind? Nenn mir das Versteck wo ich es find, So daß vereint wir eines nahen Tages sind. Ein kleiner Schneemann ganz still dastand, Eines Tages einsam am Wegesrand,
Wo ihn ganz erstaunt das kleine Frostkind fand, Es war die Kälte, die sie aneinander band. Schneemann, sag mir doch wo ist das Kind, Das, mir gleich, zog mit dem ewigen Wind? Nenn mir das Versteck wo ich es find, So daß vereint wir eines nahen Tages sind.
Das Frostkind hielt, sah seinen Bruder an, Und Weisheit hoffend fragte es dann,
Wo sie denn sei, die einst sein kaltes Herz gewann, Stand bis ein Tropfen über weiße Stirn verrann. Kalter Bruder, sag mir doch wo ist das Kind, Das, mir gleich, zog mit dem ewigen Wind?
Nenn mir das Versteck wo ich es find, So daß vereint wir eines nahen Tages sind. Der Schneemann schwieg, still und stetig stand, Bis er in der Sonne schmelzend verschwand, Das Frostkind hielt seinem Bruder bis zum End‘ die Hand
Die Sonne sprach zu ihm dort am Wegesrand.
Frostkind, so höre doch, es kommt das Kind, Das Dir gleich zog mit dem ewigen Wind. Es verließ das Versteck, damit es Dich find, So daß vereint ihr seid, bis der nahe Tag beginnt. Des Frühlings Nymphe sah das Frostkind traurig an,
Ihre Träne über seine kalte Wange rann, Strich sanft ihm übers Haar, bis der neue Morgen begann, Die Sonne den letzen Atem aus dem Kind verbann‘. Ach Frostkind, sag mir doch warst du das Kind, Das, mir gleich, zog mit dem ewigen Wind?
Als ich Dein Versteck nun endlich find, Nicht einen Tag länger wir vereint noch sind! Björn Kluge Zurück zum Inhalt

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