Deine Träne

 

Deine Träne

Einst berührten unsere Augen sich beinah,
Als, tief darin verborgen, wir wähnten unser Glück,
War es nicht die Zukunft, die ich darin sah?
Doch nichts blieb außer einer kleinen Träne zurück.
 

Diese kleine Träne trage ich seither spazieren,
Ängstlich glitzert sie auf meiner Wange,
Fürchtet, wie unsere Liebe zu erfrieren.
Um ihr Leben ist mir Angst und Bange.

  In der Engel Augen werden sie geboren,
Die Petrus in sieben Kübeln zusammenhält,
Sie sind für den Segen der Erde erkoren,
Zu tränken, die nach Trost dürstende Welt.
 

Sehnsucht ergreift das arme Tröpfchen,
Als es sieht seine Brüder zur Erde fallen,
Benetzend der bunten Blumen Köpfchen,
Die sich gemeinsam zu kleinen Teichen ballen.
 

Ich neige mein Haupt aus Trauer nieder,
Verspüre ihr Lösen, wie sie langsam sinkt
Und weiß, wir sehen uns nicht wieder,
Als sie mir noch einmal zum Abschied winkt.
 

Ich verlor das einzig, was mir von Dir blieb
Und bete, dort wo Du bist, es gehe Dir gut.
Ich gehe meinen Weg, zu suchen wahre Lieb.
Des Regens Trost schenkt mir ein wenig Mut.
 

Björn Kluge

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