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Gedanken eines Alten Mannes
Ausgemergelte Gesichter, Langsam verglühende Lichter, Der letzte Rest heller Kerzen,
Etwas versucht ihn auszumerzen. Unendlich wandelt eine dunkle Kraft, Die unaufhörlich Seelen rafft, Von denen, die am Morgen noch gegrüßt, Doch schon von allen zum Abschied geküßt.
Geht ein einsames Ehepaar, Sich erzählend, wie es einmal war,
Die müden Glieder werden steif, Herbst wird Winter, die Zeit scheinbar reif. Langsam sich Leb‘ wohl zu sagen Kein Nutz‘ zu klagen, Dankbar sein um jeden Augenblick,
Ihn festhaltend, er kommt nie zurück.
Sagt er: “Wenn ich muß gehen? Wirst du an meinem Bette stehen?” Und geh ich, so werd‘ ich warten, In Seinem biblischen Garten, Sammle Du noch Tränen der Freuden, Statt Trauerfluten zu vergeuden.”
Hart traf einstmals die Wahrheit,
Die Erkenntnis schlug in voller Klarheit, Härter als jene Kugeln, die Kameraden Ließen im eigenen Blute baden, Daß man selbst, der Vergänglichkeit unterjocht, Und jedes Herz nur endlich‘ Male pocht.
Er steht vor seinem Spiegelbild,
Zu leugnen nicht länger gewillt, Daß von ihm gegangen, Wahrlich schon vor langem, Die so sehr geliebte Jugend, Oh diese flüchtige Tugend, Zwinkert noch einmal der Junge ihm zu,
Als er sich bettet zu nächtiger Ruh.
“Oh ja! Ich fürcht‘ den Gevatter, Den Seelenernter, Lebensbestatter, Fürcht‘ ich doch das höchste Gericht Der Blick in Sein göttliches Gesicht, Wenn er spricht, meines Lebens Urteil,
Und mir gebietet Hölle oder Heil, So sprech‘ ich mein letztes Gebet, Nicht unverziehn Leben von mir geht, Oh Sänger der Todeslieder, Ich erflehe Dich, komm am Morgen wieder.
Abschied nehmen noch von letzem Wind, Zwinkern einem letzten Kind, Den Gedanken an die erste Liebe denken, Meine Wange mit letzter Träne tränken, Genießen letzten Sonnenstrahl und Abendrot.
Dann, erst dann nimm mich mit dir, dunkler Tod! Björn Kluge Zurück zum Inhalt
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