Von alten und von neuen Ufern

 

Von alten und neuen Ufern

  Mein Boot treibt davon
Von ersehntem Ufer.
Wellen tragt mich zurück!
Will ich doch wieder liegen
In den warmen Sand,
Der mich heimisch barg.
 

Doch ich sehe wie die Insel kleiner wird.
Ich rudere mit den Armen
Gegen unbeeindruckte Gezeiten,
Die höhnisch mir nur lachen,
Bis ich erkennen muß,
Daß ich nicht ebenbürtig bin.
 

So fülle ich den Ozean
Mit meinen Tränen,
Abschied weinend,
Um eine, die mein Herz noch hält.
Eine Weil sie am Ufer steht
Mir winkt, bis der Horizont
Sie in seine Obhut nimmt.
 

In meinem Boot liegt eine Muschel,
Ich  halte sie an mein Ohr,
Und höre leise die Stimme
Der Geliebten, die schmerzlich ich verließ.
Noch einmal hallen wider,
Worte, die mein zitternd Herz beruhigen,
Bis es schläft, den Schlaf des Unbekümmerten.
 

An fremden Ufer werde ich stehen,
Ausschau haltend nach einem Schiff,
Dessen Bug behutsam trägt
Eine Gestalt aus meinen Träumen,
Die ihr Lachen mir entgegen bringt
Und ihre Hand mir hier zum Bleiben reicht.
 

Björn Kluge

Zurück zum Inhalt

 

www.Der-Poetische-Zirkel.de