Wirst sie einen Engel nennen

 

Wirst sie einen Engel nennen

Mein totgeglaubtes Herz scheinbar neu geboren,
Hat Dich als Lebenswert neu auserkoren,
Schlägt für Dich der Liebe Melodien Takt,
Spielt für dich der Romantiker Theaterakt.
 

Der Spiegel zeigt noch immer dein Gesicht,
Das meine erkennt er länger nicht.
Als ihm begegnet Dein erster Augenblick,
Birgt er die Wahrheit mit sanftem Geschick.
 

Alle Lieder, die an mein Ohr dringen,
Scheinen nur von Dir zu singen.
Die Feder, welche die schönsten hat geschrieben,
War geführt von jenen, die Dich einzig lieben.
 

Der Sonnen Farbe gleicht Deinem Haar,
Vergessend die Farbe, die ihr eigen war.
In ihrem Licht die schönsten Blumen gedeihen,
Und die Vögel Deinen Namen weihen.
 

An den Engel richt‘ ich mein flehend Wort:
“Schütze sie an dunkelstem Ort,
An meiner Statt decke einen schützend Mantel
Über sie, und an ihrer Füße Seite ewig wandel!
 

Flüstere leise ihr Worte meiner Liebe zu,
Wenn sie ihr Haupt bettet zur Ruh.
Und betritt des Traumes schöne Land,
Halte durch die Nacht beruhigend ihre Hand.
 

Jeden Alp der Nacht, halte himmlischen Mutes fern,
Ihre Stirn soll bescheinen auch der fernste Stern.
Schlafend in Deinem Arm wirst Du sie erkennen,
Wirst sie einen Engel, wie Du selbst und ohne Zweifel nennen!”
 

Björn Kluge

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